Macht Feuer! Die Alten Schriften der Veden

In den alten Schriften der Veden wird gesagt: „Alle Krankheiten entstehen durch ein Ungleichgewicht in Agni“. Die Verdauung hat Einfluss auf unser gesamtes System und ist ein wichtiger Wegzeiger für unsere Gesundheit.

Im Ayurveda wird die Verdauungskraft als Agni bezeichnet. Im Hinduismus ist Agni der Gott des Feuers und in der ayurvedischen Gesundheitslehre sorgt Agni dafür, dass die aufgenommene Nahrung zerlegt, absorbiert und dann in körpereigenes Gewebe umgewandelt wird. Die Verdauung wird durch die drei Doshas reguliert, das heißt es fallen unterschiedliche Beschwerden auf, wenn eines dieser Doshas im Ungleichgewicht ist.

Auswirkungen der drei Doshas auf die Verdauung

Wenn Kapha vorherrscht ist die Verdauung und der Stoffwechsel langsam und träge, das führt häufig zu Völlegefühl und Müdigkeit nach dem Essen. Bei zuviel Kapha ist es gut, wenn man versucht nur eine Hauptmahlzeit, mittags, zu sich zu nehmen und schwere Nahrung wie Kuchen, Eier, Käse und Brot zu meiden. Gewürze helfen dem Verdauungsfeuer und Ingwer, Pfeffer, Bockshornklee, Zimt, Chili und Kreuzkümmel sind ideal, um dem trägen Kapha etwas Pitta hinzuzufügen. Als Kapha-Typ ist es wichtig regelmäßig Sport zu treiben und nach den Mahlzeiten oder Tagsüber nicht zu schlafen.

Durch zuviel Pitta können Entzündungen im Magen und Darm, Geschwüre und Sodbrennen auftreten. Es ist so als würde die Flamme zu sehr in die Höhe schießen und zuviel verbrennen. In diesem Fall ist es wichtig keine Mahlzeit auszulassen, sehr saure und scharfe Nahrung zu meiden, genug Eiweiß und Kohlehydrate und so wenig wie möglich Alkohol, Kaffe und weißen Zucker zu sich zu nehmen.

Beim Vata Überschuss ist die Verdauung empfindlich und instabil, Blähungen und Verstopfungen sind die Folge davon. Dabei ist es besonders wichtig regelmäßig zu essen, eher kleine Mahlzeiten, aber dafür häufiger, wenig Rohkost und viel substanzielle, warme Nahrung zu sich zu nehmen. Ruhe und genug Schlaf sind essentiell um das Vata zu beruhigen.

Ratschläge für eine bessere Verdauung

In vielen Kulturen wird die Zubereitung, die Ästhetik und die Aufnahme der Nahrung zelebriert und hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. In der Hektik des Alltags und der Arbeitswelt wird dem wenig Bedeutung gegeben. Fast Food und das Essen im Stehen sind normal geworden. Das führt zu vielen Verdauungsstörungen und Krankheiten.

Deshalb:

Versuchen sie in einer ruhigen Atmosphäre zu essen und tun sie dies bewusst und langsam. Das Essen ist nicht nur etwas Notwendiges um zu überleben, es ist auch eine sinnliche Handlung und wie und was wir zu uns nehmen hat immense Bedeutung für das körperliche Wohlbefinden.

Essen sie nur beim essen! Telefonieren, fernsehen, arbeiten und auch reden erhöhen das Vata und die Verdauung kann nicht in Ruhe funktionieren.

Die Mahlzeit sollte vollständig verdaut sein, bevor Sie die nächste einnehmen, ca. nach 3-6 Stunden. Zwischenmahlzeiten sollten vermieden werden.

Im Ayurveda wird empfohlen abends nur leichte Kost wie Suppen einzunehmen und kurz vor dem Schlafengehen sollte nichts mehr gegessen werden, denn nachts wird die Nahrung schlecht verdaut und beeinträchtigt so den Schlaf. Ebenso Joghurt, Quark, Käse und sonstiges tierisches Eiweiß sind abends nicht ideal.

Trinken Sie keine kalten Getränke während den Mahlzeiten, das „löscht“ das Agni, besser sind warme Tees oder heißes Wasser. Milch wird strikt verbannt, nur entweder allein oder in Kombination mit süßen Speisen und Getreide und kurz aufgekocht und gewürzt ist es am bekömmlichsten.

Versuchen Sie diese Tipps und beobachten sie was sich bei ihnen ändert!