Sport und Fitness im Ayurveda
Beobachten Sie einmal die Beweglichkeit eines kleinen Kindes und vergleichen Sie sie mit mit der von älteren Menschen. Man könnte natürlich sagen, der Unterschied sei normal und das Alter bringe das halt so mit sich - allerdings behauptet der Ayurveda, dass selbst im hohen Alter Beweglichkeit, Gesundheit und Fitness erhalten werden können.
Eine Hauptursache für Unbeweglichkeit ist Ama (ayurvedisch = Schlackstoffe), das durch faslche Ernährung entsteht. Stoffwechsel und Verdauung arbeiten nicht optimal, die Folge ist unvollständige Verstoffwechselung der Nahrung und es entstehen Stoffwechselschlacken, die der Körper in Zellzwischenräumen, den Körperkanälen (Schrotas) oder Gelenken ablagert. Fehlende Energie und Unbeweglichkeit sind die Folge bis hin zu chronischen Rückenschmerzen und Gelenkproblemen (Artritis, Artrosen oder Gicht).
Was können wir dagegen tun? Der Ayurveda gibt uns viele hilfreiche Tipps, um gesund, fit und leistungsfähig zu bleiben. Wichtig sind eine gesunde Ernährung eine narüliche Tagesrouine auch genügend Bewegung.
Sportliche Aktivität hat viele gesundheitsfördernde Wirkungen: Der Körper wird fit und beweglich gehalten, die Muskulatur wird aufgebaut und alle inneren Organe werden gestärkt. Schlackstoffe werden verbrannt, aber auch Streßhormone werden abgebaut. Ganz besonders wird die Verdauungskraft gestärkt. Trotzdem gilt auch hier wie überall, das richtige Maß ist entscheidend. Ein zuviel kann genau das Gegenteil bewirken, was wir eigentlich mit Sport errreichen wollen.
Erschöpfung, Energieverlust oder auch körperliche Beeinträchtigungen sind die Folge. Was "gesunder Sport" ist, gibt der Ayurveda konkrete Anweisungen.
50 % Belastung = maximaler Erfolg
Aber wie finde ich das richtige Maß für mich herraus? Der Ayurveda gibt eine einfache Faustregel: Wenn man anfängt schwer zu atmen, so dass man nicht mehr durch die Nase sondern durch den Mund atmen muss, sollte man aufhören oder etwas langsamer machen.
Zweck des Sports liegt nicht ausschließlich darin, Muskeln aufzubauen und Rekorde zu brechen. Sport zu treiben soll vor allem auch dazu beitragen im gesamten Körper ein vollständiges inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, alle Organe zu stärken und das Immunsystem widerstandsfähiger zu machen.
In dem klassischen Ayurveda-Lehrbuch Charak Samhita heißt es: "Wer Sport im Übermaß betreibt, dessen Kräfte werden auf einmal schwinden, wie die Kraft eines Löwen, der versucht, es mit einem Elefanten aufzunehmen."
Einige allgemeine Regeln:
- Regelmäßigkeit - wie beim Essenoder der Tagesroutine - regelmäßig Sport ausüben ist besser, als nur ab und zu seinen Körper zu martern. Der Körper profitiert von regelmäßigem Sport: stark, ausdauernd, energievoll und flexibel. Ganz besonders wird die Verdauungskraft gestärkt.
- Alter: Kinder und Menschen bis 25 Jahren sollten regelmäßig ausreichend Sport und Bewegung haben. Ab 25 das Ganze dann etwas gemäßigter und über 40 sollten der Sport dann mehr in Richtung Bewegung gehen.
- Konstitution:
Vata-Typen (Schlanken Menschen mit feinen Gliedern) moderat aber kontinuierlich.
Pitta-Typen ( mittlerem bis kräftigem Körperbau) sind Menschen mit hohem Energie-Niveau können etwas mehr Beanspruchung gebrauchen.
Kapha-Typen (von Natur aus etwas korpulente Personen) sind zwar oft nicht so motiviert sind zwar von Natur aus nicht so motiviert, benötigen aber in jedem Fall genug Bewegung, um die Tragheit herauszubekommen unf den Stoffwechsel und die Verdauungskraft zu aktivieren. - Tageszeit: Morgens zwischen 6 und 10 Uhr ist die beste Zeit. Der Abbend ist mehr zum Entspannen und regenerieren, was nicht heißt, dass ein Abendspaziergang verboten ist.
- Jahreszeit: Bei Hitze (was in unseren Breitengraden nicht so häufig vorkommt) ist Sport entsprechend der Ayurveda Lehre generell nicht empfohlen. Dies gilt für jegliche Art von Überanstrengung, auch für sexueller Art.
- Regeneration: Eine ausreichende Regenerationsphase ist genauso wichtig wie die sportliche Betätigung. In ihr erholt sich der Körper und sammelt wieder Kräfte. Eine sanfte Massage entspannt die beanspruchten Glieder und Gelenke. Sie lockert die Muskulatur und hilft, die zu Muskelkater führende Milchsäure (Laktat) abzubauen.
Auf Sport sollte man verzichten...
- wenn man sich erschöpft fühlt.
- bei Krankheit.
- wenn man Hunger oder Durst hat.
- direkt vor oder nach dem Essen. Nach dem Essen mindesten 2 - 3 Stunden warten. Gegen einen Verdauungsspaziergang ist dagegen nichts einzuwenden.
- Frauen sollten während der Menstruation, der Schwangerschaft und einige Zeit nach der Geburt keinen oder nur sehr leichten Sport treiben.
Kräuter für körperliche Fitness
- Triphala ist nützlich zur Optimierung des Stoffwechsels, wirkt regenerierend und immunstimulierend und ist daher für den Sportler prinzipiell nützlich.
- Ashwagandha (Withania somnifera) ist immunstimulierend und regenerierend und wirkt gegen Schlaflosigkeit. Ashwagandha fördert den Muskelaufbau und wirkt damit anabol ohne jede Nebenwirkung.
- Guduci (Tinospora cordifolia) senkt Pitta (!), wirkt entspannend auf die glatte Muskulatur, entzündungshemmend (cortisonähnlich) und ist daher einsetzbar bei Pittaerhöhung, Überreaktion des Magen-Darmtraktes vor dem Wettkampf, Gelenkentzündung etc.
- Arjuna (Terminalia arjuna) wirkt herzstärkend, blutstillend, fördert die Heilung von Verletzungen, Knochenbrüchen etc.
- Ashoka (Saraca indica) ist schmerzstillend, blutstillend und wirkt besonders bei Dysmenorrhoe und Menorrhagie. Ashoka kann daher bei weiblichen Sportlern mit entsprechenden Beschwerden verwendet werden.
- Shallaki (Boswellia serrata) wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd insbesondere bei Beschwerden im Gelenkbereich.
- Shatavari (Asparagus racemosus) hilft bei Erschöpfung, Menopausenbeschwerden, ist immunstimulierend und regenerierend. Shatavari ist besonders nützlich bei Sportlerinnen über 40.
